Ausgrenzung und soziale Spaltung auch im Urlaub verhindern

Katja Maurer

Wenn sich ein Viertel aller Thüringer*innen keine einwöchige Auszeit leisten kann, ist das ein eindeutiger Armutsindikator und befördert die soziale Spaltung. Dagegen fordert die Linke Thüringen konkrete Maßnahmen statt Lippenbekenntnisse.

Armut und knappe finanzielle Mittel haben viele Gesichter. Eines davon: im vergangenen Jahr konnte sich in Thüringen fast jede vierte Person in den Sommerferien keine einwöchige Auszeit außerhalb der eigenen Wohnung leisten. Dazu zählt auch Urlaub bei Verwandten oder Freunden. Als Konsequenz kann in Thüringen knapp ein Viertel aller Menschen keine Urlaubserholung genießen, die zu Lebensqualität und Gesundheit beitragen soll. Die Landesvorsitzende der Linken in Thüringen, Katja Maurer, erklärt: „Dies ist ein deutlicher Indikator von Armut im Freistaat und zugleich eine eklatante Benachteiligung der betroffenen Kinder. In Thüringen lebt fast jedes vierte Kind in Armut mit eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten und fehlender Teilhabe auch bei klassischen Ferienaktivitäten. Für diese Kinder werden die zugesicherten Rechte auf soziale Sicherheit und angemessene Lebensbedingungen derzeit nicht eingehalten.“

Auch für den sozialen Zusammenhalt ist die Schieflage eine Gefahr und befördert Ausgrenzung und Vertrauensverlust. Nach Angaben des Sozialverband Deutschland (SOVD) sehen mehr als zwei Drittel der Menschen mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss beim Urlaub große finanzielle Hürden. Bei einem mittlerem Bildungsabschluss sind es knapp knapp die Hälfte und bei Menschen mit Abitur ist für jeden Vierten Urlaub kaum machbar.

Für die Linke in Thüringen fordert Maurer: „Statt weiterer Angriffe auf den Sozialstaat und bloßer Lippenbekenntnissen braucht es konkrete Maßnahmen, um die wachsende soziale Spaltung aufzuhalten. Unter anderem müssen willkürliche Preiserhöhungen bei grundlegenden Bedürfnissen gestoppt und Kultur- und Freizeitangebote unabhängig vom Geldbeutel gestaltet werden. Gleichzeitig muss endlich ein armutsfester Mindestlohn eingeführt werden.“