Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Ohne Ehrenamt und besonderes Engagement geht nichts

Wahlkreistag von Knut Korschewsky

Die jüngsten Gespräche im Rahmen der regelmäßigen Informationstouren durch seinen Wahlkreis führte MdL Knut Korschewsky mit dem Kreisheimatpfleger Thomas Schwämmlein, Vertretern des VdK und des Jugendhilfevereines „Fähre“. Den Tag der offenen Tür bei HPT in Neuhaus am Rennweg nutzte der Landtagsabgeordnete zu einem ausführlichen Austausch mit der Geschäftsführung und einem Rundgang durch die Reinraum-Produktion. Die „Freunde der Sternwarte Sonneberg e.V.“ empfing Knut Korschewsky ebenso in seinem WK-Büro wie Sabine Diez, Unternehmerin aus Sonneberg und Vize-Präsidentin der IHK-Südthüringen.

„Der Landkreis Sonneberg darf sich glücklich schätzen, mit Thomas Schwämmlein einen ausgewiesenen Fachmann als Kreisheimatpfleger zu haben. Sein Wissen, seine Erfahrungen und auch sein ehrenamtliches Engagement über Gebühr können gar nicht hoch genug angerechnet werden“, zeigte sich Korschewsky nach seiner Visite im Büro des KHP tief beeindruckt. Neben den breit gefächerten Aufgabengebieten, die die Kreisheimatpflege zu verantworten hat, lag der Fokus des Erfahrungsaustausches auf der gut funktionierenden, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Ganz konkret konnte diese am derzeit aktuellen oberfränkisch-südthüringischen Projektabschnitt des „Lutherweges“ festgemacht werden. „Auf der regionalen Ebene der Kreisheimatpflege wurde diesbezüglich hervorragende Vorarbeit geleistet“, berichtete Thomas Schwämmlein. Nun sei es Aufgabe der weiteren Gremien, ihren Beitrag beizusteuern.

„Es ist erforderlich, den großen Bereich der Museen und der Denkmalpflege auf eine bessere finanzielle Basis zu stellen. Wir sind mit den Kürzungen am Ende der Fahnenstange angekommen. Eine gut ausgestattete Museumslandschaft ist auch Bildungsauftrag“, formulierte der Kreisheimatpfleger seine Wünsche an die Politik. Was die Organisation der Kreisheimatpflege betrifft, dürfe man als Thüringer gerne öfters zum bayerischen Nachbarn schauen. „Dort findet man eine der modernsten Strukturen überhaupt“, so Schwämmlein.

In knapp 3 Stunden gut 15 Interessenten mit Fragen und Problemen zu Hartz IV, Rente, Pflege und vielem mehr. Diese stolze Bilanz präsentierten Christine Liebmann und Josef Krüger nach der Sprechstunde des VdK in Sonneberg, an die sich ein Termin mit MdL Korschewsky anschloss. „Diese Zahlen widerspiegeln die Gesellschaft“, beschrieb Kreisgeschäftsführerin Liebmann den stetig steigenden Zulauf. Immer mehr Menschen wären auf die Hilfe der „sozialen Feuerwehr, als die sich der VdK sieht, angewiesen. Nicht umsonst habe man deutschlandweit mit einer Armutskampagne auf die soziale Schieflage aufmerksam machen wollen. „Das Problem der Armut, und da meine ich nicht nur die Altersarmut, wird in Deutschland gerne heruntergespielt“, kritisierte Krüger und ergänzte: „Wir sehen täglich, was die Leute an Einkommen haben. Es ist kaum vorstellbar, wie manch einer davon leben kann. Zugleich erlebe ich jedoch gerade bei den Thüringern eine breite Bescheidenheit dieser Menschen. Die haben keine Wut mehr im Bauch, haben eher resigniert.“

Eine der Ursachen für die Zunahme der Klagen und Streitigkeiten vor den Sozialgerichten sei die fehlende klare Linie in der Gesetzgebung. „Wenn ständig neue Regelungen kommen bzw. Änderungen vorgenommen werden, wer soll sich dann noch auskennen? Das alles müsste viel kompakter, verständlicher und weniger kompliziert geregelt sein“, so Liebmann. Ähnlich gestalte sich der Bereich von Fördermöglichkeiten für Betroffene. „Da gibt es so viele Töpfe, aus denen Mittel verfügbar wären. 90 Prozent bleiben allerdings aus Unwissenheit ungenutzt“, kritisierten die VdK-Mitarbeiter die nicht nur für Laien oft zu komplexen Bestimmungen.

Zum wiederholten Male stattete der Thüringer Landesvorsitzende der Partei DIE LINKE. und Wahlkreisabgeordnete Knut Korschewsky dem Jugendhilfeverein „Fähre“ in der Gleisdammstraße in Sonneberg einen Besuch ab. Manuela Scharfenberg und Volker Kiesewetter informierten den interessierten Gast einmal mehr zur umfangreichen Arbeit mit straffällig gewordenen bzw. von Strafe bedrohten Jugendlichen. Erneut kamen die Radwerkstatt und „Sonneberg liest“ zur Sprache, zwei ganzjährig einsetzbare Angebote zum Ableisten von Arbeitsauflagen bzw. Freizeitstunden. Die „Fähre“- Mitarbeiter betonten, dass es zur Fortsetzung der nachhaltigen Ergebnisse dringend notwendig sei, das bewährte Projekt „Begleitetes Arbeiten“ wieder zum Laufen zu bringen. „Der Förderzeitraum dafür ist vorüber, obwohl es in 80 Prozent der übertragenen Fälle ein positives Ergebnis zu verzeichnen gab. Aktuell fehlt uns das nötige Geld für qualifiziertes Personal“, bedauerte Volker Kiesewetter das Auslaufen der äußerst erfolgreichen Maßnahme und warb für breite Unterstützung. „Das Netzwerk Jugendhilfe insgesamt funktioniert jedoch sehr gut“, so Kieswetter abschließend.

Für Tag zwei des Juni-Wahlkreisprogramms hatte sich Knut Korschewsky kompetente Gesprächspartner in sein Büro eingeladen. Über Möglichkeiten, den Fortbestand des Astronomie-Museums Sonneberg auch auf lange Sicht zu sichern, tauschte sich der Landtagsabgeordnete mit Museumsleiter Thomas Weber und Dr. Hans-Jürgen Bräuer aus. Die Mitglieder des Vereins „Freunde der Sternwarte“ stellten unter anderem die Planungen für die nächsten Monate vor. „Wir machen uns schon sehr intensiv Gedanken, wie wir mehr Besucher in unsere Einrichtung locken bzw. für unser Museum interessieren können. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die wir im Blick haben. Natürlich benötigen wir dafür entsprechende finanzielle Mittel. An Engagement von unserer Seite mangelt es jedenfalls nicht“, betonte der Museumsleiter.

Intensiv und sehr konkret gestaltete sich das anschließende Gespräch mit Sabine Diez zu den Themen Wirtschaft und Tourismus. Die Geschäftsführerin der Sonneberger Firma Diez Fördersysteme begründete ihr ehrenamtliches Engagement in der IHK Südthüringen unter anderem damit: „Wir müssen als IHK das Sprachrohr der kleinen und mittleren Unternehmen ebenso sein wie das der größeren. Und als Unternehmerin verfüge ich über die nötigen Informationen und Erfahrungen, wie es in der täglichen Praxis eines Unternehmens aussieht. Das kann ich in unsere Arbeit einfließen lassen und mich so aktiv für die Betriebe einbringen.“ Als aktuelles Problem bestätigt wurde von der Vizepräsidentin der IHK Südthüringen der seit langem beklagte Fachkräftemangel. Einerseits müsste man auf Grund der Entwicklung zahlreiche Berufsbilder überdenken und neu definieren. In diesem Zusammenhang führte sie aber ebenso aus, dass heute mehr gefordert werde als reine fachspezifische Kenntnisse. „Wir brauchen Leute, die auch sozial kompetent sind. Es reicht bei Weitem nicht mehr aus, Schüler in höheren Klassen durch Praktika an den beruflichen Alltag heranzuführen. Wir müssen die Mädchen und Jungen schon viel früher abholen, mit Patenschaften zwischen Kindergärten bzw. Schulen und Unternehmen zum Beispiel. Nur so kann man sich bewusst machen, wie man zukünftige Mitarbeiter begeistern kann. Denn wie wir alle wissen, macht der Mensch Dinge gerne, für die er brennt, für die er sich begeistern kann.“

Sabine Diez machte weiterhin darauf aufmerksam, dass das Positive viel mehr nach außen transportiert werden müsse. Als Beispiel führte sie die gute Zusammenarbeit zwischen dem Sonneberger und Coburger/Kronacher Wirtschaftsraum an, konkret die Fachkräftebörse „FAMOS“. „Wir müssen uns als einheitlicher Wirtschaftsraum vermarkten und nicht die Unternehmen einzeln. Schauen wir uns z.B. den Tourismus an, der ja in Oberfranken und auch Südthüringen ein nicht unbedeutender Wirtschaftsfaktor ist. Wenn wir uns länderübergreifend und vernetzt präsentieren, haben wir alle was davon“, so Diez. Die ersten Schritte in diese Richtung sei man schon gegangen. Allerdings wäre es ebenso sehr förderlich, die durch Ländergrenzen gesetzten Bestimmungen im Bereich der Berufsausbildung zu lockern. „Gerade hier in unserer Region fragt man sich doch, warum es nicht möglich ist, dass ein Azubi aus Bayern in seinem Bundesland zur Berufsschule geht, wenn er seinen Ausbildungsbetrieb in Thüringen hat und umgekehrt. Hier müssen wir im Interesse der jungen Menschen und unserer Betriebe eine Lösung finden“, hofft die Unternehmerin auf entsprechende Angleichungen in den verschiedenen Bundesländern.

Mit den von Sabine Diez angesprochenen Problemen wurde Knut Korschewsky am dritten Tag seiner Rundreise durch den Landkreis konfrontiert. Zum Tag der offenen Tür bei „HPT Hochwertige Pharmatechnk“ in Neuhaus am Rennweg bestätigte auch Geschäftsführer Karl-Heinz Sladek das fehlende Fachkräfteangebot. Von Seiten des Unternehmens wird deshalb auch seit langem auf die intensive Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen gesetzt. Schülerpraktika und Schnupperetage zum Kennenlernen der Ausbildungsberufe gehören als kontinuierliches Angebot ebenso zur Unternehmensphilosophie wie die Möglichkeit der Produktionsbesichtigung für Fach- und Beratungslehrer.

Text und Fotos: Silke U. Winkler