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Einheitsgemeinde - Ja oder Nein

Monika Weber

Zur Diskussion um die geplante Städteehe Neuhaus am Rennweg und Lauscha

Es geht nicht um die Frage, ob Einheitsgemeinde ja oder nein. Ich denke, dass die Mehrheit die Notwendigkeit größerer Verwaltungseinheiten bejaht. Der allgemeine Trend wird auch an unserer Region nicht vorübergehen. (Das trifft auch auf die Bildung größerer Landkreise zu.) Aber ich bin dafür, dass solch ein Schritt wie das Zusammengehen zweier selbstständiger Städte gut vorbereitet werden muss. Es macht für mich keinen Sinn, erst den Vertrag zu unterschreiben und dann seinen Inhalt auszuhandeln. Im Landesentwicklungsplan werden unsere beiden Städte Neuhaus am Rennweg und Lauscha mit dem Ortsteil Ernstthal/Rstg. als Mittelzentrum ausgewiesen mit der Option, den Status in drei Jahren zu überprüfen und neu zu bewerten. Damit liegt unsere Hauptaufgabe erst einmal darin, dieses Mittelzentrum entsprechend den Anforderungen an diese Funktion zu gestalten, auch gemeinsam mit den Orten, für die es als Mittelzentrum dienen soll. Ich kann nicht einsehen, dass für eine effektive Arbeit eine Stadt die einzige Voraussetzung ist. Ich vermute eher das Gegenteil, die wichtigen Aufgaben werden von den Diskussionen über rein städtische Themen überlagert. Ich finde es wichtig, dass die jeweiligen Stadträte für ihre Stadt beste Voraussetzungen schaffen, um ein Zusammengehen so reibungslos wie nur irgend möglich vorzubereiten. Das soll aber nicht heißen, dass die einen denken, die anderen werden es schon schaukeln. Jung gefreit hat nie gereut, aber so jung sind wir nicht. Beide Städte haben ihre eigene Geschichte, wenn auch mit gleichen Wurzeln. Zusammen werden wir hoffentlich noch viel erreichen, so wie es sich viele wünschen. Aber eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Die Ausgestaltung des Mittelzentrums wird dafür gute Voraussetzungen schaffen und die Zusammenarbeit forcieren. Alles, was bisher als Grund für ein schnelles Zusammengehen genannt wurde, kann auch ohne dieses in Angriff genommen werden. Dazu ist nur der Wille einer intensiven Zusammenarbeit nötig, ob durch die einzelnen Ausschüsse oder die Bildung verschiedener Arbeitsgruppen. Ein gemeinsamer Flächennutzungsplan, ein gemeinsames Tourismuskonzept, Verbesserung des Nahverkehrs (im engen Zusammenwirken mit der OVG), gemeinsame Konzepte für Vereinsleben, Kultur und Sport bilden das Gerüst für eine zukünftige Einheitsgemeinde. Und es gehört auch dazu, dass die „Mitgift –Schulden-“ von jeder Seite so gering wie möglich ist. Das heißt nicht, dass die Städteheirat auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wird. Ein Zeitplan sollte dies verhindern. Aber 2006 halte ich für zu früh. Im persönlichen Leben haben sich Bauchentscheidungen vielleicht oft als richtig erwiesen, wobei diese Form der Entscheidung ja den Frauen zugeschrieben wird. Aber ich bin der Meinung, bei wichtigen Lebensentscheidungen sollten beide Gehirne (Bauch und Kopf) mitsprechen. Was ich aber als das Wichtigste betrachte ist die Mitentscheidung der Bürger beider Städte. Sie dürfen nicht das Gefühl haben überfahren zu werden. Sie sollen mitziehen und ihre eigenen Erfahrungen, ihren Willen und auch ihre Träume in den Prozess einbringen. Nichts spricht für ein übereiltes Verfahren.

Monika Weber Neuhaus am Rennweg

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